Blinkerspiegel

Motorrad ist ein immer wieder kehrende Umbauthema. Immer findet man etwas, was nicht so ganz den Ansprüchen gerecht wird. Wer möchte schon ein Motorrad von der Stange haben?

So wird an allen möglichen Stellen zum Zubehör gegriffen. Sehr beliebt sind an Stelle der Klopperblinker der Hersteller die Miniblinker oder eben auch die Spiegelblinker.
Letzterer habe ich mich einmal angenommen. LED-Bauwerke sind sehr häufig nur recht halbherzige Produkte, bei denen ich mich oft frage, wie sie jemals eine Zulassung bekommen konnten. Aber das soll hier jetzt nicht mein Thema sein.

Ich habe mir ein Paar FAR-Spiegel mit eingebauten LED-Blinkern zugelegt, da sie optisch gut mit meinem Bike harmonieren.

Die eingebauten LED-Blinker sind bei hellem Tageslicht jedoch kaum zu sehen. Hier musste also eine Verbesserung her.

Wie dieses Bild zeigt, ist mit etwas besseren LEDs schon ein ziemlicher Helligkeitsgewinn zu erzielen. Die untere LED-Zeile ist die Originale aus den Blinkern. Die Helligkeit ist die Helligkeit bei 14 Volt Bordspannung, also Fahrbetrieb.
Bessere LEDs sind in diesem Fall Dreichip-LEDs, die allein wegen der drei Chips je LED schon deutlich heller sind.

Das Ergebnis hat mich aber immer noch nicht vollständig überzeugt. Das hängt mit der optischen Größe der Leuchtfläche zusammen. Das menschliche Auge nimmt nun mal kleine Leuchtpunkte viel schlechter wahr als Große. Aus dem Grund habe ich über eine Vergrößerung der Leuchtfläche und noch hellere LEDs nachgedacht.

Nach einiger Suche im Internet habe ich über den großen Teich hinweg LEDs gefunden, die von der Baugröße, von der Kühlung und von der Leuchtstärke her optimal erschienen. Diese LEDs sind Einchip-LEDs, die jedoch nicht mit dem üblichen Nennstrom von 20 mA arbeiten sondern mit 80 mA ohne nennenswerte Erwärmung. Das Ergebnis kann man auf dem Bild gut erkennen. Um die Modifikation nicht zu übertreiben, habe ich je Blinker drei LED-Blöcke á 4 Dioden gebaut. Diese drei Blöcke sind parallel zusammengeführt.

Damit war also das Problem Helligkeit optimiert. Bleibt die Leuchtfläche.
Hier habe ich in der Bastelkiste eine ausgediente Solarzelle gefunden. Diese hatte ein Kunststoffabdeckung mit Sammellinsencharakter. Aus der Abdeckung habe ich dann je Blinker zwei Streifen geschnitten. Der erste Streifen befindet sich direkt über den LEDs, die sich im Spiegelkorpus in einer "Rinne" befinden. Der zweite Streifen ist mit einem Abstand von ca. 2mm darüber angebracht. Durch die mehrfache umgekehrte Linsenwirkung wird nun die größtmögliche Leuchtfläche erreicht. Ganz nebenbei wird auch die seitliche Sichtbarkeit des Blinkers deutlich verbessert. Durch die bereits durch gebrochenes Licht angeleuchtete vordere Linsenfläche wird auch der seitliche Bereich durch Reflexionen und Lichtleitung im klaren Plastik stark angestrahlt.
oberes Bild Mod 2 - unteres Bild Mod 3

Die Anschlussdrähte sind feindrähtige Litzen. An deren Enden sind dann Miniwiderstände mit 0,2 Watt Leitung angeschlossen. Alles zusammen ist dann mit Schrumpfschlauch überzogen und damit gut gegen Kabelbruch etc. geschützt.

Fertig sieht das dann so aus.

Anmerkung: Wenn FAR oder auch andere Hersteller etwas mehr sich um solche Details kümmern würden, wären die Zubehör-Blinkerspiegel wesentlich sinnvoller. Was nützt ein toller LED-Blinkerspiegel, wenn man das Blinken nur bei Dunkelheit erkennen kann? Der Trend heutiger Lichttechnik geht zu immer mehr Helligkeit. Alle neueren KFZ zeigen das nur allzu deutlich. Und ausgerechnet die Motorräder, die sowieso schon gern übersehen werden, haben so schwache Beleuchtung?